12.10.2011
Braumeisters Blog

Braumeisters Blog: Des Braumeisters Fachchinesisch für den Brauprozess

Liebe Boennschfreunde, wir haben hier einen Auszug von Basisbegriffen der Braukunst, um dem Braumeister bei einer Brauereibesichtigung folgen zu können.
Ferner eine gute Gelegenheit für alle, die schon immer tiefer in den Brauprozess einsteigen wollten oder Freunde in einer geselligen Runde mit Fachwissen beeindrucken wollen.

Viel Spaß beim Schmökern!

Malz

Geweichtes, dann gekeimtes und anschließend getrocknetes Getreide, das aufgrund des Vermälzens Enzyme sowie Farb-, Aromastoffe enthält.

Schroten

Zerkleinerung von Getreide bzw. Malz

Schüttung

Die in Kilogramm oder Tonnen abgewogene Malzmenge für einen Sud

Sud

Fertige Würze, aber auch der gesamte Brauprozess im Sudhaus

Hauptguss

Die für einen Sud nach Liter oder Hektoliter (1hl=100Liter) abgemessene und temperiere Brauwassermenge zum Vermischen mit der Schüttung beim Einmaischen.

Einmaischen

Vermischen von Schüttung und Hauptguss zu Beginn des Maischens.

Maische, Maischen

Maische: Gesamtheit von Schüttung und Hauptguss nach dem Einmaischen.

Maischen: Überführung der festen, löslichen und lösbaren Malzschrotbestandteile in die flüssige Form durch Wirkung der Enzyme.

Rast

Einhaltung einer bestimmten Temperatur über eine gewisse Zeit beim Maischen, da bei dieser Temperatur ein Enzym besonders gut wirkt, z.B. Maltoserast bei 62-64°C (=Wirkungstemperatur der ß-Amylase)

Abläutern

Trennung der Würze von Treber durch einen Filterprozess im Läuterbottich.

Läuterbottich

Ist das Gefäß zur Trennung von Würze und Treber nach dem Maischen.

Läuterruhe

Ruhezeit der Maische im Läuterbottich nach dem Abmaischen vor dem Beginn des Abläuterns; dabei setzt sich der Treber als natürliche Filterschicht ab.

Anschwänzen

Auswaschen/-spülen/-süßen des im Treber nach dem Abläutern der Vorderwürze noch enthaltenen Extraktes (lösliche Bestandteile) durch Brauwasser (Nachgüsse).

Nachguss

In der Regel auf 76°C temperierte Wassermenge zum Auslaugen des im Treber verbliebenen Extraktes beim Abläutern; es werden bis zu drei Nachgüsse nacheinander zeitlich versetzt aufgebracht.

Treber

Die festen Bestandteile der Maische nach dem Abläutern, die sich aus unlöslichen und gelösten Malzschrotbestandteilen und Wasser zusammensetzen.

Hopfengabe

Die dem Sud beim Würzekochen zugesetzte Hopfenmenge; der Hopfen wird dem Sud nicht auf einmal zugegeben sondern in ein bis vier Teilen (Gaben).

Würze

Gehopfte, wässrige Malzzuckerlösung, aus der durch alkoholische Gärung Bier entsteht.

Anstellen

Zugabe von Hefe zur Würze, um die Gärung einzuleiten

Vergärungsgrad

Anteil des Extraktgehaltes der Ausschlagwürze in Prozent, der bis zu einem bestimmten Zeitpunkt im Brauprozess (z.B. Schlauchen, Filtration) vergoren ist.

Endvergärungsgrad

Anteil des Extraktgehaltes der Ausschlagwürze in Prozent, der maximal verfügbar ist; wird unmittelbar nach dem Ausschlagen im Labor ermittelt und ist der Richtwert für die gesamte Gärführung.

Schlauchen

Umpumpen des Jungbiers vom Gär- ins Lagergefäß.

Nachgärung

Geschmackliche Abrundung des Bieres nach der Hauptgärung, wobei sich der Jungbiergeschmack abbaut; wir im Lagertank unter Druck und bei kalten Temperaturen durchgeführt und dauert je nach Biersorte/-art/-gattung zwei bis acht Wochen.

Spunden

Verschließen des Lager-, Reifetanks mit einem Spundapparat zur Druckerhöhung im Tank, wodurch sich während der Reifung eine Anreicherung des Bieres mit Kohlendioxid in Form von Kohlensäure ergibt.